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Notizen

DOGON Paar magische Rasseln mit abstrakten menschlichen Figuren (Verlag "DOGON", 1. Hälfte 20. Jh., 27/30 cm)

Dieses Paar ritueller Utensilien weist vertikale Eisenschäfte auf, die mit kleinen, abstrakten menschlichen Figuren in Relief verziert sind und in scharf gekrümmten Spitzen enden, die Bündel von flachen Eisenscheiben halten. Beide Stücke weisen eine dunkle, erdige und sehr stabile Rostkruste auf.

1. Ästhetischer Stil - Sistrum-Typologie und der menschliche Griff

Diese Objekte repräsentieren eine bestimmte Klasse von afrikanischen akustischen Instrumenten, die als Sistra (oder Rasseln) bekannt sind. Der Schmied schmiedete einen hohen vertikalen Schaft, dessen Spitze in einem strengen 90-Grad-Winkel gebogen wurde, um als Schiene für die losen Eisenscheiben zu dienen. Was diese Instrumente über einfache Instrumente hinaushebt, sind die abstrakten menschlichen Figuren, die direkt auf die zentralen Schäfte geschmiedet wurden. Diese Figuren dienen nicht nur als ergonomischer Griff für den Priester, sondern auch als visuelle Darstellungen der Vorfahren selbst, die das Instrument, das ihre Aufmerksamkeit erregt, buchstäblich in der Hand halten.

2. Rituelle Funktion - Akustische Erweckung des Binu

In der rituellen Praxis der Dogon gilt der scharfe, perkussive Klang von Eisen, das auf Eisen prallt, als der effektivste Weg, die spirituelle Atmosphäre zu durchdringen und den Nommo zu erreichen. Während der Zeremonien im Binu-Schrein, bei denen viel auf dem Spiel steht, schüttelt der Priester diese Werkzeuge heftig. Die flachen Scheiben, die gegen die Eisenschiene glitten und krachten, erzeugten ein ohrenbetäubendes, metallisches Klappern, das dazu diente, schlummernde Geister zu "wecken", bösartige Kräfte zu vertreiben und die Aufmerksamkeit des Kosmos für die Opfer des Dorfes mit Nachdruck einzufordern.

3. Physikalische Patina - Umgang mit Abnutzung und stabilem Rost

Die Patinierung dieser beiden Sistra spiegelt ihre aktive, kinetische Nutzung perfekt wider. Die zentralen Schäfte - insbesondere im Bereich der abstrakten menschlichen Figuren - weisen eine etwas glattere, dunkelbraune Patina auf, wo die Hände der Priester sie während des jahrzehntelangen zeremoniellen Schüttelns wiederholt angefasst haben. Im Gegensatz dazu weisen die hakenförmigen Schienen und die flachen Scheiben eine dickere, rauere Oxidationsschicht auf. Dieses unterschiedliche Abnutzungsmuster ist der ultimative physische Beweis für ihre Funktionsgeschichte.

Zusammenfassung

Diese eisernen Sistren, die abstrakte menschliche Porträts mit lauter, perkussiver Architektur verbinden, waren die akustischen Auslöser der Dogon-Binu-Religion. Ihre unterschiedliche Abnutzung und der stabile Rost weisen sie als intensiv genutzte Zeremonialinstrumente des frühen 20. Jahrhunderts aus.

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