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Notizen

DOGON Abstrakte menschliche Altarstabfigur mit magischen Anhängern (Verlag "DOGON", 1. Hälfte 20. Jh., 86 cm)

Dieser 86 cm hohe Eisenstab wird von einer starren humanoiden Figur bekrönt und weist in der Mitte ein Bündel scharf gebogener, nach unten gerichteter Haken auf, an denen Miniatur-Eisenglocken hängen. Der gesamte lange Schaft und die skulpturalen Elemente sind mit einer dunklen, brüchigen Oxidation überzogen.

1. Ästhetischer Stil - Die Axis Mundi und die Verteidigungsarchitektur

Mit einer beeindruckenden Höhe von 86 Zentimetern fungiert dieser Stab als gewaltige Axis Mundi, ein vertikaler Speer, der die Verbindung zwischen Himmel und Erde herstellt. Die humanoide Figur an der Spitze, die in strenger, starrer Vertikalität dargestellt ist, repräsentiert den überragenden Ahnen, der über das Dorf wacht. Der Mittelteil hingegen ist eine reine Verteidigungsarchitektur. Die Gruppe scharfer, nach unten gerichteter Haken ist eine räumliche Falle, die dazu dient, böswillige Hexen oder böse Geister, die auf der irdischen Ebene herumkriechen, zu fangen und aufzuspießen, bevor sie die Ahnenfigur darüber erreichen können.

2. Rituelle Funktion - Die spirituelle Schlinge und akustische Alarme

Die zusätzlichen Miniatur-Eisenglocken, die an den Verteidigungshaken aufgehängt sind, verwandeln diesen Stab in ein übernatürliches Alarmsystem. In die Erde eines großen Heiligtums eingepflanzt, diente der Stab als stummer Wächter. Die Dogon glaubten, dass, wenn sich eine unsichtbare, bösartige Kraft in den Eisenhaken verfangen würde, die leichte Vibration die Glocken zum Läuten bringen würde. Diese akustische Warnung ermöglichte es den Hogon, einen spirituellen Angriff zu erkennen und ihm mit speziellen Opfern und Gebeten zu begegnen.

3. Physikalische Patina - Patinierung durch die Umwelt und Torsionsdetails

Die außergewöhnliche Schmiedearbeit dieses Stabs wird durch einen Abschnitt mit engen, torsionalen Verdrehungen direkt unter den Haken hervorgehoben, die den Wirbelwind der herabsteigenden Nyama darstellen. Die Oberfläche des Eisens ist stark gealtert und weist eine dicke, brüchige Schicht aus dunkelbraunem Rost auf, der vom ständigen Gebrauch im Freien oder im halboffenen Schrein stammt. Die Tatsache, dass die winzigen, zerbrechlichen Schlaufen, die die Glocken halten, diese starke Oxidation überstanden haben, ist ein Beweis für die kohlenstoffreiche, dauerhafte Beschaffenheit der ursprünglichen malischen Eisenarbeiten aus dem 20.

Zusammenfassung

Dieser 86 cm lange Stab ist ein Meisterwerk der Dogon-Verteidigungsmagie und fungiert als hoch aufragende axis mundi, die mit einem übernatürlichen Alarmsystem ausgestattet ist. Seine tiefe, brüchige Oxidation und die erhaltenen akustischen Glocken bestätigen seinen Status als primärer, aktiver Wächter des Binu-Schreins.

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