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Notizen

DOGON Seltener abstrakter kompletter Reiteraltarstab mit magischem Glockenleuchter (Verlag "DOGON", 19. Jh., 79 cm)

Dieser massive 79 cm lange Stab wird von einer großen, abgeflachten Reiterfigur gekrönt, von der Glocken herabhängen, die über einem kunstvollen, kronleuchterartigen Ring aus zahlreichen aufgehängten konischen Glocken sitzen. Das unglaublich komplexe Eisenwerk ist dick mit einer alten, rostbraunen Patina überzogen.

1. Ästhetischer Stil - Reitsportliche Majestät und Kronleuchterarchitektur

Dies ist ein absolutes Meisterwerk der dogonischen Schmiedekunst, das einen erstaunlichen Aufwand an materiellem Reichtum und Arbeit darstellt. Die Spitze zeigt eine ausladende, horizontal abgeflachte Reiterfigur, die einen massiven eisernen Baldachin bildet. Unter diesem Reiter hat der Schmied einen komplizierten, kreisförmigen Kronleuchter geschmiedet - einen breiten Ring, der einen dichten Vorhang aus hängenden konischen Glocken trägt. Diese komplexe, mehrstufige Architektur verwandelt das schwere Eisen in ein filigranes, visuelles und akustisches Meisterwerk, das jeden Raum dominiert.

2. Rituelle Funktion - Paramount Hogon Regalia und das ohrenbetäubende Gebrüll

In der äußerst ressourcenknappen Umgebung der Bandiagara-Klippen war ein Objekt mit so viel Eisen und so vielen individuellen, handgeschmiedeten Glocken der exklusive Insignienschmuck eines überragenden Hogon. Es stellt die ultimative Schnittstelle zwischen militärischer/politischer Autorität (der Reiter) und höchster religiöser Macht dar. Wenn sie während der heiligsten, hochrangigen Dorffeste gegen die Erde geschlagen wurden, erzeugte der massive "Kronleuchter" aus Glocken ein ohrenbetäubendes, chaotisches Tosen, ein akustisches Phänomen, von dem man glaubte, es könne den Himmel aufreißen und die unmittelbare Anwesenheit der Götter herbeirufen.

3. Physische Patina - tadelloses Überleben und archivierter Rost

Das Überleben dieses Stabs ist geradezu ein Wunder. Obwohl er vollständig von einer dicken, dunkelbraunen Oxidationsschicht aus dem 19. Jahrhundert bedeckt ist, sind der zerbrechliche Leuchterring und die unzähligen winzigen, individuellen Aufhängeschlaufen, an denen die Glocken befestigt sind, unversehrt geblieben. Dies deutet darauf hin, dass das Objekt in den heiligsten und sichersten Lehmziegelgebäuden des Dorfes aufbewahrt und vor den zerstörerischen Elementen geschützt wurde, bis es schließlich sorgfältig gesammelt und veröffentlicht wurde.

Zusammenfassung

Dieser reitende "Kronleuchter"-Stab, der den absoluten Höhepunkt des metallurgischen Reichtums und der akustischen Macht der Dogon repräsentiert, ist die wichtigste Insignie eines obersten Hogon. Sein wundersames strukturelles Überleben und der tiefe Rost aus dem 19. Jahrhundert machen ihn zu einem weltweit bedeutenden Meisterwerk der afrikanischen Eisenverarbeitung.

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