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Notizen

DOGON Prestige Mythologischer Karyatidenhocker (Hogon Thron, Mali, 1. Hälfte 20. Jh., 43 cm)

Dieser 43 cm hohe Hocker ist aus einem einzigen schweren Holzblock geschnitzt und besteht aus einem kreisförmigen Ober- und Unterteil, die durch eine zentrale Säule verbunden sind, die von einer beeindruckenden äußeren Stützstruktur aus mehreren stehenden weiblichen Karyatidenfiguren mit ausgeprägten Brüsten umgeben ist. Das dichte Holz hat eine reiche, dunkelbraune Patina mit stark abgenutzten, geglätteten Sitzflächen erhalten.

1. Ästhetischer Stil - Karyatidenarchitektur und der Nommo

Dogon-Hocker sind keine bloßen Möbel, sondern komplexe, dreidimensionale Modelle des Universums. Die flache, runde Basis stellt die Erde dar, während die obere Sitzfläche den Himmel (Amma) repräsentiert. Die zentrale Säule ist die axis mundi (der kosmische Baum). Der Ring aus wunderschön geschnitzten weiblichen Karyatidenfiguren, die den Rand des Himmels stützen, stellt die Nommo dar, die ursprünglichen, amphibischen Schöpferzwillinge. Indem der Bildhauer den Hocker aus einem einzigen, ungebrochenen Holzblock schnitzt, unterstreicht er die totale Vernetzung und gegenseitige Abhängigkeit des Dogon-Kosmos.

2. Rituelle Funktion - Der Thron des Hogon und das kosmische Gleichgewicht

Hocker von dieser immensen ikonografischen Komplexität waren die exklusiven Throne des Hogon (des obersten geistigen Führers). Nach den Gesetzen der Dogon ist der Hogon so heilig, dass seine Füße niemals die rohe Erde berühren dürfen, damit seine immense spirituelle Kraft nicht zu einem Kurzschluss führt und die Ernten beschädigt. Indem der Priester auf diesem Karyatidenhocker saß, befand er sich physisch genau im Zentrum des Universums, schwebend zwischen Himmel und Erde, umgeben von der unterstützenden, lebensspendenden Kraft des Nommo der Vorfahren.

3. Physikalische Patina - Reibungspolitur und Austrocknung

Die physischen Beweise für die Verwendung des Hockers durch eine Führungselite sind unbestreitbar. Die Oberfläche der Sitzfläche ist durch jahrzehntelange Reibung zu einem glasartigen Glanz poliert worden. Darüber hinaus sind die Köpfe, Brüste und markanten Winkel der Karyatidenfiguren durch die Handhabung und rituelle Salbung deutlich aufgeweicht und nachgedunkelt. Der Sockel des Hockers weist natürliche Austrocknungsrisse aus dem frühen 20. Jahrhundert auf, was beweist, dass er im trockenen malischen Klima langsam gealtert ist und nicht künstlich beschädigt wurde.

Zusammenfassung

Dieser aus einem einzigen Holzblock geschnitzte Karyatidenhocker ist eine tiefgründige, dreidimensionale Karte des Dogon-Universums. Seine tief polierte Sitzfläche und die von der Bearbeitung abgenutzten weiblichen Figuren garantieren seine Authentizität als hochheiliger Thron eines Hogon des 20. Jahrhunderts.

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