SammlungAfrican Art Archive
Notizen

DOGON Ritual Box (Mythische Arche)

Dogon-Ritualkiste (46 cm) aus Mali, dem 19. Jahrhundert zugeschrieben - rechteckige Form mit aufgesetztem Deckel, geschnitzt in Form eines Tieres mit Kopf und Schwanz an einem Ende, die Flanken sind mit einer Prozession erhabener Figuren gesäumt, das alte Holz trägt eine trockene, stark strukturierte, erodierte Patina aus Sahel.

1. Die Arche von Ammas Schöpfung

Dieses Objekt gilt als Manifestation des zentralen Dogon-Schöpfungsmythos.

  • Ammas große Arche: Die Kiste stellt die vom Schöpfergott Amma gesandte Arche dar, die auf die Erde herabsteigt und die Nommo, Tiere, Pflanzen und die wesentlichen Fähigkeiten der Zivilisation mit sich führt.
  • Nommo in Relief: Die erhabenen Figuren an den Seiten sind die Nommo selbst - der strukturierte, in Abschnitte unterteilte Abstieg allen irdischen Lebens aus dem Kosmos, verschlüsselt in den Seiten eines Holzbehälters.

2. Gefäß für heilige Materie

Solche konzeptionell dichten Kisten wurden nicht für die weltliche Aufbewahrung verwendet.

  • Von den Hogon aufbewahrt: Hohe Priester benutzten sie, um Wahrsagezeichen, Erstpflanzensamen oder rituell aufgeladene Wurzeln aufzubewahren.
  • Infundiert durch das Gefäß: Indem man lebenswichtige Gegenstände in ein Modell der Ur-Arche legte, wurde der Inhalt mit den grundlegenden lebensspendenden Energien der Schöpfung selbst infundiert - ein Schutz vor geistiger Verunreinigung, der in das Gefäß eingebaut war.

3. Rituelle Verkrustung und extremes Altertum

Die Oberfläche gilt als Zeugnis des rituellen Lebens, das auf das 19. Jahrhundert hindeutet.

  • Kruste im Nommo: Stark erodiert mit Überresten von Opfertränken, die in den komplizierten Schnitzereien der Nommo-Figuren eingeschlossen sind.
  • Strukturelle Risse: Tiefgehende Risse sprechen für eine langfristige Verwendung in einem malischen Schrein-Kontext vor der Aufnahme in eine westliche Sammlung.

Zusammenfassung

Als physisches Modell des Dogon-Universums veranschaulicht diese Ritualbox die mythologische Erzählung in Holz. Das ihr zugeschriebene hohe Alter, ihre tiefe rituelle Verkrustung und ihre kosmologische Bedeutung sprechen für eine Einordnung als bedeutendes Artefakt, das stilistisch dem 19. Jahrhundert nahesteht.

Weitere Werke der Sammlung