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Notizen

DOGON Bronze Mutterschaft Figur (14 cm)

Diese kleine, stark stilisierte Mutterschaftsfigur stellt eine sitzende Frau dar, die einen Säugling stillt. Sie zeichnet sich durch einen verlängerten Hals, hervorstehende Brüste und einen geometrischen Kopf aus. Die stark oxidierte Bronzeoberfläche weist tiefe Grübchen, irdene Ablagerungen und eine fast steinartige, krustige Patina auf.

1. Ästhetischer Stil und regionale Eigenheiten

Diese Figur verkörpert die strenge, geometrische Abstraktion der Dogon-Skulptur. Die starre, vertikale Ausrichtung, die helmartige Frisur und die ausgeprägten, hervorstehenden Gesichtszüge spiegeln die tief verwurzelten künstlerischen Konventionen des Bandiagara-Steilhangs wider, die der Feierlichkeit und spirituellen Beständigkeit Vorrang vor dem Naturalismus einräumten. Durch den Verzicht auf weiche anatomische Kurven zugunsten klarer geometrischer Formen schufen die Dogon-Bronzegießer Figuren, die sich eher als unveränderliche kosmologische Diagramme denn als Porträts einzelner Mütter lesen lassen.

2. Rituelle Funktion und kosmologische Bedeutung

Die Mutterschaftsfiguren in der Dogon-Kultur verweisen häufig auf die Nommo, die ursprünglichen Urwesen der Schöpfung. Diese Figur, die ein Kind stillt, symbolisiert Fruchtbarkeit, die Kontinuität der Abstammung und den Segen der Ahnen. Wahrscheinlich wurde sie auf einem Familienaltar (binu) aufgestellt, um Schutz und Fruchtbarkeit für den Haushalt zu sichern. Dort diente sie sowohl als Empfänger von Trankopfern als auch als ständige Visualisierung der Hoffnung des Haushalts auf Nachkommenschaft - das zentrale Anliegen des religiösen Lebens der Dogon.

3. Physische Patina und Altersnachweis

Der extreme Verfall der Oberfläche - mit einer versteinerten, stark mineralisierten Kruste - lässt auf ein langes Vergraben oder Aussetzen auf einem irdenen Altar schließen. Diese dicke Oxidationsschicht und die rituelle Anhäufung stützen die Zuschreibung als rituelles Objekt, das in das frühe 20. Jahrhundert (oder möglicherweise älter) datiert werden kann. Die Mineralisierung ist chemisch mit der Bronze verbunden und liegt nicht auf ihr, was gegen eine nachträgliche Oberflächenbehandlung spricht, wie sie zur künstlichen Simulation einer Altarablagerung verwendet wird.

Zusammenfassung

Diese Mutterfigur, eine charakteristische Miniatur der metaphysischen Ideologie der Dogon, übersetzt die komplexe Schöpfungsmythologie in eine starre, kraftvolle Bronzeform. Ihre tief verkrustete, mineralisierte Patina spricht für ein hohes Alter und eine rituelle Verwendung.

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