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Notizen

DOGON Ahnenstatue

Eine hohe, starr vertikale Holzstatue (19.–20. Jh., 141 cm) von den Dogon aus Mali - eine stehende männliche Figur mit stark geometrisch gestrecktem Torso, feiner gepunkteter Skarifizierung an den breiten Schultern und blockigen Gliedmaßen, die einen Stab oder ein Werkzeug hält. Ausgestellt in der französischen Botschaft in Wien.

1. Architektonische Starrheit und der Nommo

Diese massive Figur ist ein Beispiel für die klassische Schnitzkunst der Dogon, die die Vertikalität der Klippen des Bandiagara-Steilhangs, wo die Dogon leben, stark nachahmt. Das ovale Gesicht mit der markanten sagittalen Haartracht und den weicheren Gesichtszügen verortet die Skulptur in den nördlichen Stilregionen, wie etwa dem N'duleri- oder Tintam-Stil nach der Klassifikation von Hélène Leloup.

  • Der Gründervorfahr: Die Figur stellt wahrscheinlich einen Nommo (Urvorfahr) oder einen bestimmten Clangründer dar. Während die von Marcel Griaule dokumentierte komplexe Nommo-Kosmologie in der Forschung teils umstritten ist (wie Walter E.A. van Beek 1991 aufzeigte), vermittelt die aufrechte, starre Haltung unbestreitbar absolute, unbewegliche Autorität.
  • Der Schmied/Bauer: Der Gegenstand, den die Figur in der Hand hält (ein Werkzeug oder ein Stab), unterstreicht seine Rolle als zivilisierende Kraft - der Held, der den Dogon die Landwirtschaft und die Eisenverarbeitung brachte.

2. Ausstellung Provenienz

Die Aufnahme in die Ausstellung der französischen Botschaft in Wien wertet dieses Stück erheblich auf. Großformatige Dogon-Statuen dieses Kalibers sind äußerst selten; die Auswahl für eine solche Ausstellung bedeutet, dass die Figur makellose traditionelle Proportionen besitzt. Die extrem ausgetrocknete, erodierte Oberfläche mit ihren tiefen vertikalen Trocknungsrissen und abgerundeten Schnitzspuren zeugt von einer langen Aufbewahrung in den extrem trockenen Höhlen des Bandiagara-Massivs. Wie Rogier Bedaux in seinen Forschungen zu den klimatischen Konservierungsbedingungen der Klippen aufzeigte, rechtfertigt diese massive materielle Ermüdung – der die dicke Opferkruste jüngerer Altäre fehlt – eine Datierung weit vor der kolonialen Durchdringung in das 19. Jahrhundert.

Zusammenfassung

Diese Dogon-Ahnenfigur ist eine Säule der malischen Mythologie. Mit einer Höhe von fast anderthalb Metern vermittelt ihre strenge geometrische Architektur die dauerhafte Stabilität und uralte Weisheit des Dogon-Stamms.

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