DOGON Hausleiter
Ein massiver Holzklotz (wohl 1. Hälfte 20. Jh., 188 cm) von den Dogon aus Mali - tief geleimte alternierende Fußstützen, die in einer natürlichen Y-förmigen Gabelung enden. Begleitstück zur Sammlung Nr. 79.
1. Skulpturale Nützlichkeit
Dieses Objekt repräsentiert den Typus einer klassischen Dogon-Speicherleiter – ein charakteristisches Beispiel für funktionalen Minimalismus.
- Der Rhythmus des Aufstiegs: Die abwechselnden Stufen zwingen den Kletterer zu einer bestimmten rhythmischen Gangart, um zum Kornspeicher oder zum Flachdach des Hauses aufzusteigen. Das schwere, gekerbte Holz zeigt Spuren der Bearbeitung mit einem traditionellen Dechsel; diese facettierten Werkzeugspuren weisen eine Ästhetik auf, die auch in der modernistischen Rezeption geschätzt wird.
2. Die kosmische Brücke
- Die Nommo-Haltung: Die Y-förmige Gabelung an der Spitze stützt sich funktionell auf die Lehmarchitektur, spiegelt aber konzeptionell die erhobenen Arme der Nommo (der Ahnengeister) wider, die um Regen beten. Die Leiter wird in der Symbolik oft als physische Achse verstanden, die die irdische Anlage mit dem Himmel verbindet.
Zusammenfassung
Diese Dogon-Leiter ist ein markantes Stück Bauskulptur. Mit einer Höhe von 188 cm verkörpert ihre brutalistische, gekerbte Form die harte vertikale Realität des Lebens am Bandiagara Escarpment.



